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Mo 24.08.
19:20

Wann beginnt ein Film? Mit dem ersten Bild – oder vielleicht doch schon mit einem Rhythmus, einem Klang, einer Stimmung? Das Panel »Beyond the Screen« widmet sich dem kreativen Spannungsfeld zwischen Film und Musik und fragt, was passiert, wenn Musik nicht erst als Soundtrack hinzukommt, sondern den Ausgangspunkt des filmischen Erzählens bildet.

Das Format ist als Screening und Listening Session angelegt – zu Beginn werden circa 15 Minuten lang ausgewählte Filmszenen gezeigt. Daran anknüpfend sprechen Regisseur Emmanuel Amoako-Jansen, ANNY, Mulay und Moderatorin Lena Obara darüber, wie Musik narrative Strukturen prägt, Schreib- und Regieprozesse beeinflusst und den Rhythmus eines Films bestimmt. Dabei geht es ebenso um den bewussten Einsatz von Stille und Leerstellen wie um die Frage, wie Tempo, Dynamik und Klang emotionale Dramaturgien entstehen lassen. Musik erscheint hier nicht als Begleitung der Bilder, sondern als eigenständige erzählerische Sprache.

Ausgangspunkt des Gesprächs sind unter anderem Ausschnitte aus Amoako-Jansens Spielfilmdebüt »Stilllieben«, die zeigen, wie musikalisches Denken bereits in Bildgestaltung, Inszenierung und Schnitt eingeschrieben sein kann. Ergänzend werden Einblicke in das Musikprojekt »Amor Fati« gegeben, das nicht als klassischer Soundtrack konzipiert ist, sondern die emotionale Welt des Films eigenständig weitererzählt, indem zwölf Künstler*innen dafür jeweils einen Song beigetragen haben. Film und Musik treten so in einen Dialog, in dem beide Medien dieselbe Geschichte auf unterschiedliche Weise erzählen. »Beyond the Screen« lädt dazu ein, audiovisuelles Erzählen neu zu denken – als Zusammenspiel von Rhythmus, Klang, Bild und Stille und als künstlerische Praxis, in der die Grenzen zwischen den Medien zunehmend verschwimmen.

Emmanuel Amoako-Jansen ist Regisseur, Kreativdirektor und Gründer der Berliner Plattform ATR. Seine Arbeiten bewegen sich zwischen Film, Musik und visueller Kultur und erzählen Geschichten, die Schwarze Perspektiven und zeitgenössische Identitäten in den Mittelpunkt rücken. Unter dem Dach von ATR realisierte er zuletzt sein Spielfilmdebüt »Stilllieben«, das 2026 erscheinen wird.

Mulay verbindet in ihrer Musik Alternative R&B, Downtempo und experimentellen Pop zu einem ebenso intimen wie cineastischen Sound. Die in Berlin lebende Sängerin, Songwriterin und Produzentin versteht ihre Musik als Gesamtkunstwerk, in dem Klang, Bild, Performance und Bewegung untrennbar miteinander verbunden sind. Zwischen Soul, Hip-Hop und elektronischen Texturen erzählt sie von Verletzlichkeit, Selbstheilung, Scham und Empowerment.

ANNY fusioniert zeitgenössischen Afropop, R&B und Pop mit westafrikanischen Rhythmen und deutschsprachigen Texten, die gleichermaßen sinnlich wie selbstbewusst klingen. Die Berliner Künstlerin mit ghanaischen Wurzeln erzählt in ihren Songs von Identität, Selbstermächtigung und Begehren und zeigt dabei, wie selbstverständlich und elegant die deutsche Sprache im internationalen R&B-Kontext funktionieren kann.

Lena Obara arbeitet seit vielen Jahren an der Schnittstelle von Musik, Film und Werbung. Als Music Supervisor und Musikverlegerin begleitet sie audiovisuelle Produktionen von der kreativen Musikauswahl über internationale Recherche und Komponist*innen-Suche bis hin zu Lizenzierung und Verhandlung. Mit ihrem weitreichenden Netzwerk und ihrer Erfahrung verbindet sie künstlerische Visionen mit den Anforderungen internationaler Film-, Medien- und Markenproduktionen und schafft so Räume, in denen Musik und Bild eine gemeinsame Erzählung entwickeln.

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